Weihnachtsbäume werden nicht teurer - Saison im ersten Christbaumdorf Deutschlands eröffnet

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Staatsminister Prof. Dr. Winfried Bausback eröffnet die Saison, links: SOS-Kinderdorfbotschafter Michael Hirte, rechts: Deutsche Weihnachtsbaumkönigin Vanessa Frank. Foto: Michael Fillies

Mittelsinn - das erste Christbaumdorf Deutschlands, im Herzen des Spessarts, war am 11. November Ausrichter der Weihnachtsbaumsaisoneröffnung auf Bundesebene. Als Vertreter der Bayerischen Staatsregierung eröffnete Justizminister Winfried Bausback die Saison und SOS-Kinderdorfbotschafter Michael Hirte konnte eine Spende von 20.000 € entgegennehmen.

Nachdem vorweihnachtliche Musik der örtlichen Musikvereine verklungen war, begrüßte Uwe Klug, Gastgeber und Vorsitzender des Christbaumdorf e.V., etwa 300 Gäste aus nah und fern.

Zunächst gab der Vorsitzende des Bundesverbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger, Bernd Oelkers,  einen Überblick über Aktuelles zur Saison.
In keinem anderen Land der Welt hat der Weihnachtsbaum eine solche Bedeutung wie in Deutschland. Seit Jahren zählt der Weihnachtsbaum für über 80 % aller Familien zum elementaren Bestandteil des Weihnachtsfestes. Der Absatz ist weiterhin stabil. „Wir gehen davon aus, dass auch in diesem Jahr wieder etwa 25 Mio. Weihnachtsbäume in Deutschland verkauft werden. Das inländisches Angebot hat zugenommen, Importe wurden weiter zurückgedrängt, der Selbstversorgungsgrad liegt bei etwa 90 %“, so Oelkers.

Preise 2017
Angebot und Nachfrage seien ausgeglichen, die Preise auf Vorjahresniveau stabil:
Nordmanntanne: 18,00 – 23,00 €/lfd. Meter
Blaufichte: 10,00 – 16,00 €/lfd. Meter
Rotfichte: 6,00 – 10,00 €/lfd. Meter

Regionalität
Ein starker Trend, nicht nur bei Lebensmitteln, sondern auch bei Weihnachtsbäumen. Für über die Hälfte aller deutschen Haushalte spielt es eine entscheidende Rolle, dass der Weihnachtsbaum aus heimischem Anbau stammt (lt. repräsentativer Verbraucherstudie des Bundesverbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger). Die regionale Herkunft gilt als Zeichen für Frische, Qualität und nachhaltigen Anbau.

Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit ist ein zunehmend wichtigeres Thema in der Branche. Die Bäume stammen größtenteils aus zertifizierten Betrieben. Verglichen mit derzeit üblichem Ackerbau ist der Einsatz von Düngemitteln sehr gering. Pflanzenschutzmittel sind häufig nicht erforderlich.
Weihnachtsbaumkulturen nach guter fachlicher Praxis mit begrünten Fahrgassen
und Vorgewenden sind nicht nur ein optisch ansprechendes Landschaftselement. Diese Kulturflächen haben lt. Untersuchungen der Landwirtschaftskammer NRW einen hohen ökologischen Nutzen mit positiver CO2-Bilanz. Durch die extensive Bewirtschaftung entsteht ein Lebensraum für seltene Vögel wie z.B. den Kiebitz, Echsen und Reptilien.

Verbrauchertrends
Das Verbraucherinteresse verschiebt sich immer mehr auf eher kleinere Baumgrößen von 1,50 – 1,75 m,  jedoch mit wachsendem Anspruch an „Makellosigkeit“.
Auch der „Zweitbaum“ für Garten/Terrasse sowie fürs Kinderzimmer in Größen von 0,60 bis 1,00 m findet zunehmend Liebhaber. Beliebtester Baum ist mit gut 75 % Marktanteil die Nordmanntanne.

Je nach gewünschter Serviceleistung wählen die Verbraucher unterschiedliche Einkaufsstätten. Mit einem Anteil von 30 % liegt der Stand der Weihnachtsbaumhändler an der Spitze, gefolgt vom Kauf direkt ab Hof der Erzeuger mit 27 %. Bau- und Verbrauchermärkte kommen auf einen Anteil von 24 %, Gartencenter und Gärtnereien auf 12 %. 4 % der zum Fest aufgestellten Bäume sind aus dem eigenen Garten oder ein Geschenk, so eine Verbraucherstudie des Bundesverbandes der Weihnachtsbaumerzeuger. Mit wachsender Bedeutung kommt nun auch der Weihnachtsbaumversand per Online-Shop hinzu. Auch beim allgemein zunehmenden Trend nach convenienten Angeboten macht  der Weihnachtsbaum keine Ausnahme. Wenn auch erst auf bescheidenem Niveau, das „rund  um Sorglos-Paket“ wird immer beliebter, d.h.: Baum auf Ständer und möglichst auch bereits geschmückt geliefert und nach dem Fest wieder abgeholt.

Staatsminister Winfried Bausback brachte den ersten Weihnachtsbaum im Lichterglanz zum Erstrahlen und eröffnete so symbolisch die Saison. Bausback berichtete, dass auch für ihn ein Weihnachtsbaum zum Fest gehört, der bisher oft aus dem Spessart kam.

Musikalischer Höhepunkt: Weihnachtslieder mit Simone Oberstein und Michael Hirte
Musikalischer Höhepunkt: Weihnachtslieder mit Simone Oberstein und Michael Hirte
Die Weihnachtsbaumkönigin eröffnet die Spendenaktion.
V.r. Georg Heberer, Bernd Oelkers, Vanessa Frank
Die Weihnachtsbaumkönigin eröffnet die Spendenaktion.
V.r. Georg Heberer, Bernd Oelkers, Vanessa Frank

Anschließend wurde die Spendenaktion des Bundesverbandes vorgestellt: „Weihnachtsbäume helfen Kindern: der Naturbaum und der Lebkuchenbaum“ zugunsten von SOS-Kinderdorf Deutschland. Mundharmonika-Supertalent Michael Hirte konnte als SOS-Kinderdorfbotschafter im Beisein von Kindern von SOS-Kinderdorf Frankfurt eine Spende von 20.000 € in Empfang nehmen, die in diesem Jahr bereits durch den Verkauf von Spendenetiketten und Lebkuchen zusammen gekommen sind. Siehe Artikel rechts.

Stimmungsvoller Abschluss und muskalischer Höhepunkt waren Weihnachtslieder, gespielt von Michael Hirte und gesungen von Simone Oberstein.